Es gibt da ein Problem mit der Gleichbehandlung

Wenn ich über etwas schreibe, muss ich mich festlegen: Schreibe ich zum Beispiel über Frauen und Männer? Oder über Männer und Frauen. Eine Gruppe wird bevorzugt, da sie zuerst genannt wird. Die andere ist stark beleidigt, empört sich zutiefst und der jeweilig zuständige Verband und die Interessenvertretung protestieren auf’s Schärfste und  fordern öffentlich und ultimativ die sofortige und unbedingte Gleichstellung.

Das ist grundsätzlich in Ordnung: Ich bin ja für die Gleichbehandlung. Aber wie kann man das umsetzen? In der Sprache, in der Literatur, in der Musik? Manche sagen, Frauen sind benachteiligt, deswegen sollte man sie zuerst nennen. Das hält aber nicht lange. Irgendwann melden sich dann die Männer zu Wort. Mich interessieren aber nur gerechte und nachhaltige Lösungen.

Und das wird schwierig. Selbst wenn man Männer und Frauen, bzw. Frauen und  Männer untereinander schriebe und sie damit im Lesefluss gleichzeitig auftauchten, würden Fanatiker bemängeln, dass eine Gruppe oben, die andere unten stünde. Auch wenn ich abwechselnd die eine und dann die andere Gruppe zuerst nennte, wäre das ungerecht, da in der Summe immer eine Gruppe öfter zuerst genannt würde, außer wenn ich zufällig eine gerade Anzahl an Aussagen getroffen hätte. Aber auch bei numerischer Gleichheit wäre es angreifbar, wenn bei bestimmten wichtigen Themen, eine Gruppe häufiger genannt würde als bei unwichtigen. Gibt es einen Kompromiss, der beide zusammenfasst, wie Männen oder Frauer? Männ*Innen, Frau_er. Nein, auch hier ist ein Wortstamm immer zuerst.

Vielleicht besinnen wir uns auf übergeordnete Kriterien. Ich bin auch eigentlich dafür, die Einteilung in Gruppen komplett zu vermeiden. Sie unterstützt Vorurteile und grenzt ab. Menschen wäre der Kompromiss; das sind wir doch alle! Oder seien wir mal gelassen und finden uns damit ab: mal ist der eine vorn, mal die andere?

11. März 2021 // Gedanken // 1 Kommentar

// neuer deutscher post-punk

Musikalisch – und sonst – bin ich ja geprägt von den Achtziger-Jahren. Es ist die beste und wichtigste Zeit der Popgeschichte! Noch vor den Siebzigern. Ein Ewiggestriger? Nein, ich sehe, dass es auch sehr gute neue Musik gibt. Hauptsache, sie klingt, wie Achtziger!

Post-Punk zum Beispiel. Bezeichnete angeblich früher schon Musik, die nach der Zeit des Punk, also, den frühen Achtzigern (?) kam. Für mich war das immer New Wave; niemand hat damals von Post-Punk geredet. Egal. Es gibt auch aktuelle Musik, die als Post-Punk bezeichnet wird und wunderbar wie damals klingt. Der Begriff ist aber sehr unscharf, das half mir dabei, diese tolle Liste mit herausragender Musik zusammenzustellen: Punk, New Wave, Gothic, Neue Deutsche Welle, krachiges, poppiges, schräges.

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17. August 2022 // Musikalisches, Musiklisten // 3 Kommentare

Minimum

Ich mag es, mit wenig auszukommen, Nicht, dass es notwendig wäre, aber ich fühle mich wohler. Und habe einen gewissen Ehrgeiz entwickelt, und bin überzeugt. Dazu gehört auch, dass alles aufgeräumt ist. Im Schrank gibt es entsprechend nur drei Hosen: eine blaue, eine schwarze und ein schicke. Drei Paar Schuhe. Einen … Der Schreibtisch ist leer. Nur eine Maus und eine Tastatur. Ohne Kabel. Die Monitore hängen an Befestigungen in der Luft. Das Bücherregal könnte ich eigentlich auch entsorgen. Ich lese schon lange nicht mehr. Aber da habe ich noch Hemmungen. Stuhl und Bett brauche ich noch, und – das Sofa (in diesem Fall eine Recamiere). Ansonsten? Wenig. Ich versuche auch noch auf den Punkt zu sein. Pünktlich Verabredungen einhalten. Nur die exakt korrekte Menge Milch in den Kaffe gießen. Ja, das ist pedantisch, aber ich mag es, und es hilft, gut organisiert zu sein.

Minimalismus kann schön sein.

07. Februar 2019 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Wissen oder fühlen

Beides geht nicht, man muss sich schon entscheiden. Auf die Schnelle meine Definition: Wissen betrifft alle, es ist objektiv, Gefühle den Einzelnen, also subjektiv! Wenn ich mich krank fühle, kann es sein, dass ich krank bin. Aber erst das Blutbild beweist es. Die Wissenschaft und der Verstand BELEGEN einen Zustand, während das Herz/das Subjekt nur etwas ahnt.  // weiterlesen! 

ASCII-Kunst

Ist natürlich keine Kunst. Aber man kann mit einer bestimmten Anordnung von Zeichen auf dem Rechner auf eine gewissermaßen kunstvolle Art und Weise kleine Grafiken, Piktogramme oder sogar Bildchen erstellen. Sie beruht auf dem  – etwas begrenztem US-„Amerikanischen Standard-Code für den Informationsaustausch“. Eine 7-Bit-Zeichenkodierung. Aber egal. Es reicht für Spielereien.

Einfache Beispiele sind kleine emotionale Ikonen (Emoticons)

:-)
;-)
:~}
(ツ)

Gesichter sind besonders beliebt

(\__/)
( ° ° )
( ͡°͜ʖ͡°)
(❀‿❀)
( ͡° ͜ʖ ͡°)
(¬_¬)
{._.}
[‚}

Dann auch kleine Grafiken

<°}(///><

【๏̯͡๏】
(•̪●)
¯\(ツ)/¯

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Es gibt auch niedliches

            \\|//
            (@ @)
-------oOO---(_)---OOo--------
|	   LUSTWORT          |
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           |__|__| 
            || ||
           ooO Ooo

 

Und komplexes

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Aber auch ganze Bilder sind möglich. Wer erkennt das Kunstwerk?

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Richtig. Es ist die

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 | '_ ` _ \ / _ \| '_ \ / _` | | | / __|/ _` |
 | | | | | | (_) | | | | (_| | | | \__ \ (_| |
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Nicht ganz so schön und ausgefeilt und wertvoll, wie das Original, aber erkennbar.

 

Man muss das nicht mehr alles selber erstellen und stundenlang optimieren. Es gibt mittlerweile Programme, die einem jede beliebige Schrift oder sogar Bilder in ASCII-Kunst verwandeln können. Das ist natürlich etwas zu einfach, aber macht auch Spaß. Für Wörter gibt es den genialen Text to ASCII Art Generator unter http://patorjk.com/software/taag/ der auch noch verschiedene Schriftarten und -eigenschaften generieren kann, es gibt wohl unglaubliche über 300 Variationsmöglichkeiten, eine davon ist Lary 3D:

 __                       __                               __      
/\ \                     /\ \__                           /\ \__   
\ \ \      __  __    ____\ \ ,_\  __  __  __    ___   _ __\ \ ,_\  
 \ \ \  __/\ \/\ \  /',__\\ \ \/ /\ \/\ \/\ \  / __`\/\`'__\ \ \/  
  \ \ \ \ \ \ \_\ \/\__, `\\ \ \_\ \ \_/ \_/ \/\ \ \ \ \ \/ \ \ \_ 
   \ \____/\ \____/\/\____/ \ \__\\ \___ ___/'\ \____/\ \_\  \ \__\
    \/___/  \/___/  \/___/   \/__/ \/__//__/   \/___/  \/_/   \/__/

 

Die Erstellung funktioniert auch für Bilder, sogar in Farbe, wird aber etwas komplex. Dafür nutzt man den Ascii Art Generator https://www.ascii-art-generator.org/de.html. Hier das Beispiel Autor bei der Arbeit (könnte auch Alien bei der Arbeit heißen). Das sind aber schon fast 100.000 Zeichen Quellcode und widerspricht dem Grundsatz der Simplizität. Das ganze ist natürlich auch nicht anpassbar und sieht auf kleinen Bildschirmen oder Mobilgeräten schlimm aus.

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Gorg beim Schreiben – als ASCII-Salat. Geht mal mit gedrückter linker Maustaste über das Bild – es ist kein Bild!

 

02. Mai 2020 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Flüchtlinge

DAS Thema derzeit (und ich liebe Wörter mit der Endung -ling).

Eine kleine Begebenheit dazu: Ich bringe den Sohn zum wöchentlichen Fußballtraining bei der alten Schule und fahre wie gewohnt in die Einfahrt, um im Hof zu parken. Huch so viele Menschen hier heute, dass ich kaum durchkomme. Ein Mann im Anzug faucht mich an: „Was wollen Sie? Sie können hier nicht durch!“ „Aber ich will doch nur meinen Sohn zum Fußball bringen“. „Das geht nicht, hier ist jetzt ein Flüchtlingsheim“.

Ich darf nicht mal weiterfahren, um zu drehen und bekomme etwas Panik: viele Menschen, in Zeitnot und komme nicht weiter. Da helfen mir zwei nette Flüchtlinge: schieben die Kinder beiseite und geleiten mich wieder raus … Alles ok. Der Sohn kann die paar Schritte auch laufen. Nur der Anzugmann (vermutlich Vertreter der  Flüchtlingshilfeorganisation) sollte etwas gelassener sein. Bin ich auch.

Nachtrag vom 5. Mai 2017: Der Parkplatz ist wieder frei. Keine Flüchtlinge mehr. Es ist eine Volkshochschule eingezogen. Flüchtige Flüchtlinge …

06. Oktober 2015 // Erfahrungen // Kommentar schreiben!

Zum Umgang mit Drogen

Drogen sind ja dazu da, den Alltag nicht nur zu überstehen, sondern ihn auch angenehm zu gestalten, Spaß zu haben oder ihm sogar ganz zu entkommen. In schlimmen Zeiten können sie einem kurzzeitig helfen, in guten Zeiten beflügeln, ein zerebrales High bescheren. Aber man sollte vorsichtig damit umgehen, nicht zu viel und nicht zu häufig konsumieren, die Dosis macht das Gift, sie nur gezielt und nach Bedarf einsetzen. Entscheidend ist vor allem, dass man selbst die Kontrolle behält und nicht umgekehrt.

Letztens dachte ich: Vorsicht, jetzt wird es gefährlich. Es fängt an, mein Leben zu bestimmen. Ich sollte den Konsum reduzieren, sonst gehe ich noch darin auf, verliere mich, fange an, anderes zu vernachlässigen und bekomme Schwierigkeiten mit den normalen Anforderungen des Alltags.

Da ich manchmal auch selbstdiszipliniert sein kann, und mir die Kontrolle über mein Leben auch sehr wichtig ist, entschloss ich mich, radikale Maßnahmen zu treffen, um den Teufelskreis zu durchbrechen: einen Tag die Woche mal keine Musik hören! Eine Auszeit hilft manchmal. Sondern irgendetwas anderes zu machen. Vielleicht schreiben? Aber dafür brauche ich sie doch! Egal, mal sehen ob es hilft. Aber ganz auf Musik verzichten werde ich sicher nie.

 

25. April 2023 // Glossen, Privates // Kommentar schreiben!