Weinkritik: Corral de Castro 2007
Eines vorneweg: von keinem Wein habe ich soviel getrunken, wie vom Coral, und: ich bin kein Profi, sondern Liebhaber ;-) Also nun ist der für mich lang erwartete Jahrgang 2007 da, diesmal aber von Vinos extrem „gehyped“. Im Netz fand man ihn nicht, nur per E-Mail durfte man bestellen, und zwar möglichst 12 Flaschen, dann gabs Rabatt, und man bekam ihn dann annähernd zu dem Preis des letzten Jahres.. Ansonsten kostet mein (ehemaliger) Liebling jetzt knapp 10 Euro. Eine Verkostung in der Filiale war nicht möglich – man gab sich selbstsicher, dass die – natürlich streng begrenzte Menge von 4000 Flaschen – auch so verkauft wird. Aber nun zum Wein: Ich gebe zu, die Rahmenbedingungen zur Verkostung waren aus privaten Gründen suboptimal. Dennoch, der Schreck beim ersten Schluck war groß: Wo ist das animalische, der Stallgeruch, das, was meine Frau zu folgendem hingerissen hat: „Der schmeckt ja scheußlich!“? Das, was diesen Wein so einzigartig machte? Früher konnte ich diesen Wein nach dem Öffnen nicht trinken, sondern erst am nächsten Tag, so extrem war diese Mischung! Es gibt natürlich Jahrgangs-bedingte Schwankungen der Qualität. Der Wein vor einem oder zwei Jahren war zum Beispiel ungenießbar. Meine schlimmste Vermutung ist, daß man nicht versucht, die wunderbaren Ecken und Kanten, die dieser Wein hatte, auszumerzen, um einen größeren Kundenkreis anzusprechen und den Wein kompatibler zu machen. Dies hätte womöglich zur Folge, mich als Kunden zu verlieren. Ja, der Corall ist brav geworden, nicht belanglos, immer noch ein schöner Wein für diesen Preis, und der Hintergrund (hohe Lage, deutscher Winzer) ist ja auch nennenswert, aber dies ist kein Knaller mehr.
Anmerkung: Diese Kritik wurde kurz nach Erscheinen geschrieben und jetzt etwas spät veröffentlicht…
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